Content Marketing für mehr Aufmerksamkeit

2012|02

Mit spannenden Inhalten lassen sich Neukunden wesentlich besser anlocken als mit Werbung. Auch die Bindung zu bestehenden Kunden kann so deutlich verstärkt werden. Was in den USA bereits zu den etablierten Standards gehört, erfährt in Deutschland nun auch immer mehr Beachtung bei den Marketern: Content Marketing.

Kunden möchten im Web informiert und nicht mit Werbeaussagen konfrontiert werden. Social-Media-Marketer und Suchmaschinenoptimierer haben das für ihre speziellen Bereiche schon längst erkannt, mit der neuen Disziplin „Content Marketing“ erhält dieses Wissen nun auch vermehrt Einzug in sämtlichen Bereichen des Marketings und Managements deutscher Firmen. Zwei gute Beispiele, wie Firmen aufgrund der Erkenntnisse, die sie aus der Beobachtung Ihrer Webauftritte gezogen haben, ihre Online-Marketing-Strategie geändert haben, möchten wir Ihnen hier einmal etwas genauer vorstellen:

Beispiel: Content Marketing bei Schwarzkopf / Henkel

Die detaillierte Beobachtung des User-Verhaltens führte zu einem großen Umbruch bei der Online-Marketing-Strategie des Shampoo-Herstellers „Schwarzkopf“. Aus der Erkenntnis heraus, dass User nicht gezielt nach einzelnen Produkten suchen, sondern vielmehr nach Informationen zu bestimmten Themen / Problemen (z.B. „Was tun gegen Haarausfall“), wurde der gesamte Webauftritt neu aufgesetzt und strukturiert. Er ist jetzt eher wie ein Modemagazin aufgemacht und die Produkte selbst sind erst in der dritten Menüebene zu finden. Dies erhöhte die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen und die Verweildauer auf der Seite selber. Nutzer fühlen sich nun wesentlich besser beraten und nicht mehr, wie bisher vorrangig, nur beworben.

Beispiel: Content Marketing bei der Schwenninger Krankenkasse

Der Ausgangspunkt für ein verstärktes Content Marketing war bei der Schwenninger Krankenkasse nicht wie bei Schwarzkopf das Userverhalten im engeren Sinne, sondern vielmehr lag er in dem Problem begründet, dass die Krankenkasse zu spät von anstehenden Geburten bei ihren Kunden erfuhr. Um viel früher als bisher mit betroffenen Kunden in Kontakt zu treten, wurde das Portal babyharmonie.de ins Leben gerufen. Hier erhalten werdende Eltern ausführliche Informationen zu den Themen der Schwangerschaft und Geburt, aber auch rund um den Kinderwunsch allgemein. Im Gegensatz zu dem Ansatz von Schwarzkopf werden bei der Schwenninger Krankenkasse die Produkte sehr prominent und gut sichtbar beworben. Sowohl auf der Startseite als auch im Umfeld der Themenartikel. Im nächsten Schritt soll das Angebot nun auch noch in Sachen Social Media ausgebaut werden. Themen aus Artikeln des Portals sollen bei Facebook diskutiert werden und auch Mitmach-Ideen können sowohl über Social Media als auch auf dem Portal selbst verfolgt werden. Aus der Beobachtung der Social Media Beiträge können wiederum weitere Artikel für das Portal entstehen.
Aus diesen beiden erfolgreichen Beispielen wird deutlich, wie wichtig informativer Inhalt ist und wie sich Online-Strategien, in Zukunft noch vermehrt, in Ausrichtung auf das Informationsangebot ändern. Sie lassen aber auch erahnen, wie aufwendig ein gut durchdachtes und konsequent verfolgtes Content Marketing ist. Inhalte müssen erstellt oder eingekauft werden, können aber auch aus der Verknüpfung zu Social Media entstehen. Die Mühe und die Kosten werden jedoch honoriert und zahlen sich auch langfristig aus.

Für diejenigen, die noch nicht von der Bedeutsamkeit des Content Marketings überzeugt sind, hier noch einmal 10 Gründe dafür:

  1. Bessere Möglichkeiten zur SEO-konformen Contentgestaltung und dadurch bessere Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Google bei relevanten Begriffen
  2. Die Verweildauer der User auf Ihrem Webangebot steigt
  3. Die Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Social Media und Ihrer Internetseite werden größer und verdichteter
  4. Es entsteht viel teilbarer und verbreitbarer Inhalt
  5. Der Content ist emotional ansprechender und ruft Diskussionen hervor
  6. Die wahrgenommene Anbieterkompetenz steigt durch hintergründige Informationen
  7. Expertisen und Testimonials integrieren sich harmonischer in das Grundkonzept der Webseite und wirken weniger „aufgesetzt“
  8. User werden zur Contentproduktion angeregt, dieser Content kann wiederum die Seite aufwerten
  9. Webanalysen geben Grundlagen für nächste Kampagnen
  10. Leads können einfacher generiert und Interessenten gezielter angesprochen werden