Eye-Tracking-Studien in der SEO

2012|02

Eyetracking Studien für die Suchmaschinenoptimierung zielen hauptsächlich darauf ab, auszuwerten wie sich User die SERPs und letztlich auch die Webpräsenz eines Anbieters ansehen, um daraus Rückschlüsse für das Suchmaschinenmarketing, die Usability und das Design der Webseite zu ziehen.

Beim Eye Tracking wird die Augenbewegung von Nutzern während des Betrachtens einer Webseite oder der Ergebnis-Seite einer Suchmaschine durch spezielle Technologien nachverfolgt. Die Untersuchungen zielen darauf ab, mehr über das Nutzerverhalten herauszufinden, wobei die Ansätze für die Auswertung von Internetpräsenzen und Suchergebnisseiten unterschiedlich sind.

Auf Internetseiten steht die Optimierung des Designs und des Contents durch die Ergebnisse des Eyetrackings im Vordergrund. Besonders wenn die Site eine hohe Klickrate hat, die gewünschte Handlung wie z. B. ein Kauf aber ausbleibt, ist zu überlegen und zu prüfen, woran dies liegt. Aber auch Resultate aus bereits erstellten Studien können eine hilfreiche Anleitung für den bestmöglichen Aufbau einer Internetseite sein. Der Vorteil des Auswertens der Augenbewegungen gegenüber einer Befragung liegt darin, dass ein Großteil des menschlichen Verhaltens völlig unterbewusst verläuft und über eine Befragung gar nicht erfassbar ist. Beim Eyetracking kann jedoch nur ausgewertet werden, welche Bereiche eine hohe Aufmerksamkeit erhalten, warum dem so ist, nicht.

Die Auswertung diverser Eye-Tracking-Studien zeigt auf, dass es für die Betrachtungsweise einer Internetseite, unabhängig vom Inhalt und der Gestaltung, einige allgemeingültige Eckpunkte gibt, wie z.B.:

  • Im ersten Augenblick „scannen“ Nutzer eine Internetseite nach dem F-Schema, das heißt, zuerst oben beginnend in Leserichtung von links nach rechts, dann bewegen sich die Augen zurück und nach unten, von wo aus sie wieder nach rechts wandern; sie kehren wieder zurück nach links und blicken von dort aus weiter runter
  • Auf einer Internetseite suchen User Informationen, weshalb Text mehr Aufmerksamkeit erhält als Grafiken
  • Übersichtlich strukturierte Seiten finden eine höhere Beachtung
  • Damit das Logo wahrgenommen wird, braucht es Freiraum
  • Call-to-Action-Button, wie z.B. “Jetzt kaufen” oder “Angebot anfordern” finden unten rechts deutlich mehr Beachtung als unten links
  • Zu offensichtliche, vor allem Banner-Werbung wird kaum wahrgenommen
  • Ist die Überschrift interessant, wird auch der weitere Inhalt näher betrachtet
  • Kurze und prägnante Absätze / Texte entsprechen besser der oftmals kurzen Aufmerksamkeitsspanne von Internetnutzern
  • Größere Bilder erhalten mehr Aufmerksamkeit als kleinere


Auch bei der Analyse von Suchergebnisseiten mit Eyetracking-Methoden konnten einige der gleichen Erkenntnisse gewonnen werden. Besonders der führende Anbieter Google hat auf diesem Gebiet weitreichende Studien betrieben, die gerade in Bezug auf das Suchmaschinenmarketing (SEO und SEA) interessant sind.

Das F-Schema, auch „f-shaped pattern“ genannt, ist gleichfalls bei der Betrachtung von Suchergebnissen gültig und Basis für die Rückschlüsse auf die Bedeutung der SERP und Effektivität von AdWords. So ergeben sich beispielsweise folgende Erkenntnisse:

  • 98% der Suchenden betrachten die Suchergebnisliste, 96% die gesponserten Suchergebnisse im Kopfbereich und nur 31% betrachten die Werbeflächen im rechten Bereich
  • Die durchschnittliche Verweildauer auf einem Suchergebnis beträgt 1,1 Sekunden
  • Informationssuchende nehmen sich weniger Zeit zum Betrachten der Suchergebnisse als potentielle Online-Kunden


Die Ergebnisse aus den verschiedenen Eye Tracking Studien geben wichtige Hinweise zur optimalen Gewichtung und Budgetierung von Suchmaschinenmarketing-Maßnahmen. Die hier aufgeführten Erkenntnisse stellen nur einen Bruchteil der entscheidenden Faktoren dar. Sie zeigen lediglich auf, wie sinnvoll die Betrachtung dieser Studien ist – für Suchergebnisse aber auch die eigene Internetseite.