HDR Fotos - wirklicher als die Wirklichkeit

2012|05

Mit HDR Fotografie ist es möglich, detailreiche Fotos zu erschaffen, die auch in der Werbefotografie neue Zeichen setzen. Mit wundervoll leuchtenden und unglaublich eindrucksvollen Szenarien stechen HDR Bilder jedem Betrachter sofort ins Auge und fesseln mit ihrem unglaublich magischen Charakter. Doch was sind überhaupt HDR Bilder und wie entstehen solche Kunstwerke der Fotografie?

HDR steht für High Dynamic Range Image oder auf Deutsch Hochkontrastbild, was soviel bedeutet wie, dass die in der Natur vorkommenden großen Helligkeitsunterschiede (Kontraste) äußerst detailreich gespeichert werden können. Herkömmliche digitale Bilder werden dagegen als LDR (Low Dynamic Range Image) bezeichnet. Auf vielen LDR Fotografien hat man das Problem, dass bestimmte Bereiche eines Bildes vollkommen über- bzw. unterbelichtet sind, da die Belichtung sich nur an einem Mittelwert orientieren kann und der Kontrastumfang deutlich eingeschränkt ist. Fotografiert man zum Beispiel am helllichtem Tag einen Raum mit Fenstern, werden die Fensterflächen als komplett weiße Fläche dargestellt, da das natürliche Tageslicht um ein Vielfaches heller ist als z.B. Kunstlicht. Bei einem Raum mit viel Schatten oder dunklen Ecken kann es sein, dass diese einfach als schwarze Fläche dargestellt werden. Das liegt daran, dass Digitalkameras gerade einmal einen Kontrast von 1000:1 (Verhältnis zwischen kleinstem und größtem Helligkeitswert der Darstellung) ablichten können, während eine reale Tageslichtszene einen Kontrast von 100.000:1 misst. HDR Bilder können zwar auch nicht mehr Helligkeitsstufen darstellen als normale Bilder, es kann aber durch die Verrechnung von mehreren LDR Bildern mit verschiedenen Belichtungen der Eindruck erzeugt werden, dass wesentlich mehr Kontraste zu sehen sind.

Wie kann man HDR-Bilder erstellen?

Es gibt zwei Lösungen, um ein HDR Bild zu erstellen. Die einfachste ist die direkte Aufnahme mit HDR-fähigen Kameras. Doch weil es bis jetzt nur sehr wenige Kameras gibt, die direkt HDR Bilder aufnehmen können und diese auch sehr teuer sind, entstehen die meisten HDR-Bilder mittels spezieller Softwarelösungen. Indirekt wird das HDR Bild als eine Reihe unterschiedlich belichteter LDR Bilder aufgenommen, die später am Computer zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Um jedoch den einzigartigen Charakter einer HDR-Fotografie zu erzielen, ist neben der Motivwahl und der richtigen Fotografie-Technik eine umfangreiche Bildbearbeitung entscheidend, die das Einsatzgebiet des Bildes mit berücksichtigt.


unterbelichtetes Bild

normalbelichtetes Bild

überbelichtetes Bild

fertiges HDR-Bild (erstellt aus den drei obigen Bildern)


Ein HDR-Bild kommt auf üblichen Bildschirmen zum Beispiel gar nicht richtig zur Geltung. Ein heutiger Monitor kann den hohen Kontrastumfang der Datei nicht darstellen, er reduziert diesen für die Ausgabe automatisch. Gleiches passiert bei einem Ausdruck auf Papier. Damit auch auf solchen sogenannten Low-Dynamic-Range-Medien (LDR-Medien) der Detailreichtum einer HDR-Szene zu betrachten ist, setzt man das sogenannte Tonmapping (auf deutsch Dynamikkompression) ein. Hierbei wird der Kontrastumfang des Bildes kontrolliert reduziert. Es entsteht eine darstellbare Datei. Um das Bild noch magischer und professioneller aussehen zu lassen, können ohne größere Verluste noch Helligkeits-, Kontrast- und Farbveränderungen angewendet werden, die dem Bild schlussendlich das gewisse Etwas geben.

Die meisten Bilder, die man im Internet unter HDR-Fotografie findet, sind meist sehr farbenfroh und fantasiereich. Soll HDR jedoch als Werbefotografie genutzt werden, müssen die Wirkung und die Aussage des Bildes dem Zweck entsprechen. Der HDR-Effekt kann ganz subtil und unterschwellig eingesetzt werden, um z.B. bei der Produktfotografie das Objekt noch realistischer und detailreicher darzustellen. Der Effekt kann aber auch künstlerische Züge annehmen und die Realität überspitzen, wenn es z.B. zur Unterstützung der Werbeaussage beiträgt und der Zielgruppenansprache entspricht.

HDR Fotografie ist in der Werbung besonders geeignet für:

  • Innenaufnahmen mit Blick nach draußen
  • Architekturfotografie
  • komplexe Produktfotografie (Maschinen, große Produkte, etc...)