Social Media bei deutschen Firmen

2012|05

Nicht nur dass viele deutsche Firmen die Möglichkeiten von Social Media nicht ausreichend nutzen, selbst wenn, hinken die meisten ihren selbst gesteckten Zielen hinterher. Das ergab jetzt eine Studie der McKinsey Unternehmensberatung.

Befragt wurden 200 Firmen aus Deutschland zu ihren Aktivitäten im Social Web und der Nutzung der Kanäle im Betriebsalltag. Dabei stellte sich heraus, dass ein Großteil der deutschen Unternehmen Social Media mit Skepsis betrachtet und den Erfolg entsprechender Maßnahmen auf den zur Verfügung stehenden Kanälen eher nüchtern einschätzt. Zwar beteiligen sich viele Unternehmen an Social Media Aktivitäten, jedoch oft eher stiefmütterlich. So geben auch 73% der Befragten an, ihre selbst gesteckten Ziele im Social Web bisher nicht erreicht zu haben. Grundsätzlich ist ein starkes Gefälle in der Nutzung von Social Media in Hinblick auf die Branche zu erkennen. Branchen mit viel Kundenkontakt wie beispielsweise Modehäuser oder die Automobilbranche setzen sehr stark auf Social Media, während Branchen mit weniger Kontakt zum Kunden auch weniger in sozialen Medien engagiert sind.

Es ist keinesfalls so, dass deutsche Firmen das Thema „Social Media“ nicht ernst nehmen würden. Viele Unternehmen haben bereits Mitarbeiter eingestellt, die für den Auftritt im Social Web zuständig sind. Auch hat sogar immerhin die Hälfte einen Teil ihres Marketing-Budgets für entsprechende Maßnahmen eingeplant. Der generell zögerliche Einsatz von Social Media im Marketing-Mix deutscher Firmen ist unter anderem auf eine große Unsicherheit in diesem Bereich zurückzuführen. Vielen mangelt es an der richtigen Strategie und sie erkennen nicht den direkten Nutzen ihres Engagements im sozialen Netz. Rund 60% halten sich für nicht in der Lage, den Effekt von Social Media zu messen. Und Lediglich 20% der deutschen Firmen kennen überhaupt den Return on Investment (ROI) ihrer Social-Media-Aktivitäten.

Sinnvoller Einsatz von Social Media

Schlagworte wie „Shitstorms“ (Empörungswellen) verunsichern die Unternehmer, da ein effektiver Umgang mit solchen Erscheinungen nicht erprobt bzw. bekannt ist. Auch der Zeitaufwand, den Aktivitäten im Social Web durchaus mit sich bringen, schreckt viele ab. Es ist in der Tat wichtig, die sozialen Netzwerke ständig im Blick zu behalten und auf jede Kritik der Nutzer, so harmlos sie auch scheinen mag, sofort zu reagieren. Ist aber einmal eine Strategie festgelegt und Social Media als Bestandteil der Marketing-Aktivitäten verankert, ermöglicht es nicht nur eine moderne Art der Kommunikation, sondern kann auch andere Bereiche entlasten wodurch Ressourcen frei werden, die wiederum in sozialen Netzwerken gebunden werden können.

Bedenkt man, dass jeder dritte Deutsche, vor allem viele junge Menschen, jeden freien Moment im Internet verbringt und die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook aber auch die Verbreitung von Smartphones diesen Trend noch verstärken, wird deutlich, dass eine Beteiligung im Social Web auf Dauer eigentlich unumgänglich wird.

Einige Beispiele für Bereiche, in denen Social-Media-Aktivitäten durchaus sinnvoll sind und eine Bereicherung in der direkten Zielgruppenansprache darstellen:

  • Marketing
  • Sales
  • Kundenservice
  • Recruiting-Kampagnen / Talent-Suche
  • Mitarbeiter-Kommunikation