Usability!

2015|10

Mit Nutzerfreundlichkeit und Interaktion den Erfolg einer Webseite steigern.

„Was ist der Sinn, Zweck und Nutzen dieser Website?“ Wenn sich der Besucher einer Internetseite diese Frage nicht in wenigen Sekunden beantworten kann – dann muss die Usability verbessert werden!

Als „Web-Usability“ wird die Gebrauchstauglichkeit und damit die Benutzerfreundlichkeit eines Internetauftritts bezeichnet. Nur wenn eine Webseite verständlich und einfach bedienbar ist, wird sie die gewünschten Ziele erreichen und Besucher zufriedenstellen. Um solch eine gute Usability zu ermöglichen, müssen einige formelle und ästhetische Grundregeln umgesetzt werden. Außerdem sollte die Webseitennutzung auf die Zielgruppe hin optimiert werden. So entsteht ein angenehmes Nutzungserlebnis „User Experience“, das die Erwartungen und Wünsche eines Benutzers erfüllt. Im Rahmen der Konzeption ist die Arbeit an der Usability eine wichtige Grundlage, um erfolgreiche Webseiten zu schaffen. Wie können eine angenehme Usability und eine tolle User Experience erzeugt werden?

Nutzerführung

„Don’t make me think“ lautet der berühmte Buchtitel des Usability Pioniers Steven Krug, der damit den wichtigsten Leitfaden für den Webseitenaufbau formuliert hat. Besucher eines Internetauftritts sollen nicht nachdenken müssen, wie die Seite funktioniert oder was sie anbietet – User sollen sie intuitiv nutzen und verstehen können. Um das zu gewährleisten, muss eine Webseite ihren Inhalt, ihr Konzept und vor allem ihren Nutzen für den Besucher ganz eindeutig vermitteln. Durch eine klare Ordnung, präzise Begriffe und eine leicht verständliche Navigation wird dies möglich.

Alle Informationen sollten in eindeutigen Hierarchien dargestellt und sinnvoll gruppiert werden. Denn ein Nutzer möchte schnell die wichtigsten Informationen finden. Auch deshalb sollte der relevante Inhalt immer direkt oben auf der Seite ohne Scrollen sichtbar sein. Auf einen Blick müssen die Wege zu den gewünschten Informationen klar angezeigt sein. Eine eindeutige Navigation sorgt dafür, dass niemand lange nach relevanten Daten suchen muss. Besonders Wichtiges sollte außerdem optisch hervorgehoben werden, um auf diese Weise User sinnvoll zu leiten. Grundsätzlich sollte auf unnötige Zwischen- oder Einführungsbereiche verzichtet und nur nützliche und sinnvolle Seiten angeboten werden. Funktionalität ist wichtiger als Spielereien und Gadgets.

Neben der Navigation über das Menü, kann das Stöbern auf einer Webseite durch eine weitere Anzeige unterstützt und ergänzt werden. Ein sogenannter Link-Pfad kann dabei helfen dem Besucher Orientierung zu bieten. Typischerweise finden sich diese Link-Pfade unterhalb der Kopfgrafik und oberhalb des Inhaltsbereichs. Ein Beispiel, wie sie in einem großen Online-Shop angezeigt werden könnten: Startseite > Bekleidung > Hosen > Jeans > Jeans „Max“ von FirmaX. So weiß der User, dass er sich in diesem Fall gerade auf einer Produktseite befindet und welcher Weg von der Startseite aus dort hinführt. Solche Link-Pfade zur Navigation werden im englischen „Breadcrumb Trail“ genannt, um zu verdeutlichen, dass sie wie ausgelegte Brotkrümel funktionieren und Wege durch Spurenlegen nachvollziehbar machen. Dank dieses Pfades kann der User auch einfach Ebenen zurückspringen – per Klick auf die jeweiligen Begriffe. Breadcrumbs sind eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Menü und verbessern die Usability. Auch Serviceangebote auf Webseiten können bei der Orientierung helfen: So erleichtern Funktionen, wie die „Häufig gestellten Fragen / FAQ“, ein „Hilfebereich“ oder die wichtige „Suche“ die Nutzung der Homepage.

Die in der Navigation verwendeten Begriffe sollten klar verständlich und allgemein vertraut sein. Das bedeutet, dass auf bekannte Bezeichnungen gesetzt wird: Eine Adresse befindet sich unter „Kontakt“, der Menüpunkt „Über uns“ führt User zu Unternehmensinformationen und mit einem Klick auf das oben links platzierte Logo gelangt der User immer wieder auf Startseite. Solche wiederkehrenden Konventionen bieten dem Besucher Sicherheit und schaffen Orientierung. Weil sich Standards verbreitet haben und funktionieren, sollten sie auch angewendet werden. Bekannte Strukturen schaffen Vertrauen: In einem Online-Shop wird der Warenkorb oben rechts erwartet und die Menüleiste zur Navigation befindet sich üblicherweise oben. Der Aufbau einer Webseite muss den Bedürfnissen des Users folgen. Sie muss komfortabel nutzbar sein, ihr Thema und Ziel jedem User in wenigen Sekunden klar machen und signalisieren, dass sie für ihn relevant ist.

Optische Darstellung

Eine angenehme Bedienung macht die Internetseite zugänglich. Um Usern insgesamt ein tolles Webseitenerlebnis zu bieten, muss auch die Optik ansprechend sein. Denn die grafische Gestaltung einer Website hat nicht nur Einfluss auf deren Gebrauchsqualität, sondern auf das gesamte Nutzererlebnis.

Das Gebot der Usability, eine gute Übersichtlichkeit zu schaffen, gilt natürlich auch für das Layout. Inhalte müssen sinnvoll dargestellt und Texte klar strukturieren werden. Um dies zu gewährleisten können Überschriften, Zwischenüberschriften, Absätze und Aufzählungen gesetzt werden. Insgesamt sollte eine luftige Gestaltung mit Freiräumen gewählt werden. Da zu viele Informationen ablenken und sich der Fokus bei einem Überangebot verliert, gilt: nur so viele Angaben, wie zur Überzeugung nötig sind, einfügen. Der Einsatz von Bildern ist wichtig, denn sie lockern den Gesamteindruck auf, erzeugen Emotionen und ergänzen die Inhalte sinnvoll. Jede einzelne Seite eines Webauftritts muss übersichtlich, schlank und ästhetisch erscheinen. Denn geordnete und geschmackvoll gestaltete Webseiten wirken vertrauenswürdig, hochwertig und seriös. Sie überzeugen die Besucher.

Eine gute Usability wird auch durch eine leichte Lesbarkeit erreicht. Schriftart, Schriftgröße und Zeichenabstand sollten so gewählt sein, dass der Text schnell und gut erfasst wird. Der Kontrast zwischen Text und Hintergrund muss deutlich sein und eine dunkle Schrift vorzugsweise auf einem hellen Hintergrund platziert werden. Auch die Einheitlichkeit und Durchgängigkeit der Schrift sowie Bildsprache ist für die Orientierung und intuitive Bedienung der Website erforderlich. Buttons und Links müssen erkennbar sein und immer gleich aussehen. Einzelne „Eye Catcher“ oder „Call-to-Actions“ können so auch besser herausstechen und wahrgenommen werden.

Konventionen gelten auch für das Farbschema. Im Sinne der Usability ist es gut auf Bewährtes zu setzen: Rot ist beispielsweise die erlernte Farbe für Sonderangebote. Wer das berücksichtigt, vermittelt diese Botschaft direkt. Auch wenn eine Website natürlich ein unverwechselbares Layout haben muss, ist es dennoch sinnvoll, bewährte Standards zu beachten. Weitere gängige Darstellungen sind Elemente, die signalisieren, dass den Betreibern einer Webseite zu trauen ist. Sogenannte Trust-Elemente, wie bekannte Gütesiegel oder Kunden, die persönliche Erfahrungsberichte geben, dienen der Vertrauensbildung und senken die Hemmschwelle eines Users, später auch ein Kunde zu werden.

Ansprechende Gestaltung hilft dabei, die Webseite als ein Erlebnis wahrzunehmen und bewirkt Freude an der Nutzung. Die Beachtung von grafischen Usability-Aspekten erzeugt positive Gefühle beim User und bildet Vertrauen.

Barrierefreiheit

Eine Grundlage für optimale Usability ist die Barrierefreiheit. Niemandem soll bei der Nutzung einer Webseite, durch die verwendete Technik oder eine körperliche Beeinträchtigung, Barrieren in den Weg gelegt werden. So fordert technische Barrierefreiheit beispielsweise, dass eine Internetseite unabhängig vom verwendeten Betriebssystem, Browser und der Software funktioniert. Auch auf den vielfältigen Bildschirmgrößen von Smartphone bis Desktop, sollte eine Seite jeweils problemlos nutzbar sein. Weitere Kriterien für eine technische Benutzerfreundlichkeit können aufgezählt werden: Verzicht auf Flash-Animationen, weil diese nicht auf allen Geräten darstellbar sind. Nutzung von Standard-Schriftarten, die überall installiert sind. Programmierung nach Standards, wie HTML, CSS und W3C.

Insgesamt sollten alle Störungen und Unannehmlichkeiten, die der Gebrauchstauglichkeit von Webseiten im Wege stehen, auch technisch unterbunden werden. So verhindern kurze Ladezeiten und ein schneller Seitenaufruf, dass Nutzer lange warten müssen und wieder weg klicken.

Zur behindertengerechten Barrierefreiheit gehört unter anderem die Verwendung einer einfachen und verständlichen Sprache. Auf besondere Bedürfnisse sollte eingegangen werden, um eine möglichst große Nutzergruppe zu erreichen. Damit sehbehinderten Personen keine Informationen auf einer Webseite vorenthalten bleiben, sollten Bildbeschreibungen einfach textlich hinterlegt sein, sodass diese durch Blindensoftware mit vorgelesen werden. Viele weitere nützliche Bedingungen, die Zugänge erleichtern, finden sich in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV).

Fazit:

Gute Usability steigert den Erfolg einer Webseite. Zufriedene Nutzer werden viel eher zu Kunden und auch der Neukundengewinn sowie die Bestandskundenbindung verlaufen erfolgreicher. Ein userzentriertes Webdesign schafft Freude an der Nutzung eines Internetauftritts und erhöht die Bereitschaft Angebote anzunehmen. Kunden möchten nicht nur schnell und gut informiert, sondern auch unterhalten werden. Deshalb müssen Webseiten auf ihre Zielgruppen hin optimiert sein, sodass sie sich benutzerfreundlich, verständlich und intuitiv bedienbar präsentieren. p2 media unterstützt Kunden bei der Überarbeitung oder Neukonzeption einer Webseite unter den Gesichtspunkten „Usability und User Experience“ - an den Standorten Hamburg, Hannover, Düsseldorf und Minden.