23.03.2012 | 

Keine Frage, mobile Internetservices boomen und immer mehr Unternehmen setzen sich zwangsläufig mit dem Thema auseinander. Mit dem Einstieg in das Thema „Apps“ stellt sich jedoch für viele direkt zu Beginn die gleiche Frage: web App oder native App?

Grüner und roter Apfel in 2 Händen

Native Apps

Native Apps sind speziell entwickelte Applikationen, die nur auf einem bestimmten Endgeräte-Typ und dessen Betriebssystem lauffähig sind. Möchte man den Funktionsumfang auf anderen Endgeräten oder Plattformen anbieten, muss eine weitere, angepasste Applikation programmiert werden. Dadurch sind native Apps sehr zeit- und kostenaufwändig.

Anwendungsbereiche

  • bei einer App, die in irgendeiner Weise auf die Gerätehardware eines mobilen Endgerätes zugreifen soll, wie zum Beispiel ortsabhängige Dienste
  • bei Spielen oder Apps mit Gyroskop oder 3D-Anwendung
  • bei Apps mit aufwändigen Grafiken oder komplexen rechenintensiven Inhalten

Web Apps

Web Apps sind Applikationen, bei denen im Zuge der Nutzung alle oder nur bestimmte Teile der Applikation aus dem Web geladen werden. Die Anwendung kann gewöhnlicherweise auf allen Web-fähigen Endgeräten ausgeführt werden.

Anwendungsbereiche

  • wenn bereits eine hochwertige Webseite oder ein Onlineshop besteht, die kostengünstig und langfristig unkompliziert für mobile Endgeräte zugänglich gemacht werden soll
  • bei Produktpräsentationen über einen kurzen oder langen Zeitraum
  • bei Apps, die aktuelle Informationen über Unternehmen, Produkte, Events oder Ähnliches schnell und unkompliziert für ein breites Publikum zugänglich machen sollen

Welche App eignet sich für Sie?

Ob eine native App oder eine webbasierte App eingesetzt werden soll, ist eine schwierige Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Grundlegend sollte man die Vor- bzw. Nachteile, die die jeweilige App bietet, sorgfältig abwägen und die Entscheidung auch davon abhängig machen, welche Ziele mit der App erreichet werden oder welchen Nutzen die App für das Unternehmen haben soll. Auch die Zielgruppe, die sie mit der App erreichen wollen spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Wenn Ihre Zielgruppen vornehmlich aus Smartphone-Nutzern bestehen und Sie eine konkrete Anwendung (z.B. ein Spiel, ein bestimmtes Produkt, allgemeine Informationen...) anbieten möchten, ist eine native App die erste Wahl. Wenn das Zielpublikum eher zu einem geringen Anteil aus Smartphone-Nutzern besteht bzw. Sie die App unabhängig vom Gerätetyp anbieten möchten und eine Reihe von nicht näher spezifizierten Anwendungen und Funktionalitäten (z.B. den Internetauftritt, einen Onlineshop...) mobil bereitstellen wollen, kommt für Sie eher eine Web-App in Frage.
 

Vor- und Nachteile der App-Varianten

Web Apps

  • Kompatibilität: eine Programmierung für alle Betriebssysteme und alle Endgerätplattformen ausreichend
  • Aktualisierung: Inhaltspflege ist sehr leicht und unkompliziert (TYPO3)
  • Hardware-Zugriff: Zugriff auf Gerätehardware und Telefonfunktionen wie GPS, Gyroskops, Adressbücher, Bluetooth oder aufwändige Grafiken noch nicht möglich
  • Erstellungskosten: kostengünstig durch geringen Aufwand, Aktualisierung eigenhändig möglich
  • SEM-Möglichkeiten: werden von Suchmaschinen im Web gefunden
  • Datensicherung: wichtige Daten gehen auf Dauer verloren
  • Veröffentlichung: können schnell veröffentlicht werden
  • Vertrieb: Vertrieb nicht über Appstores oder Google Play möglich
  • Nutzungsbedingungen: können nur bis zu einem gewissen Grad offline genutzt werden, ansonsten ist eine Internetverbindung notwendig

Native Apps

  • Kompatibilität: muss für jedes Betriebssystem und jede Endgerätplattform neu programmiert werden
  • Aktualisierung: Inhaltspflege sehr aufwändig (Back-End Tools)
  • Hardware-Zugriff: Zugriff auf Gerätehardware und alle Telefonfunktionen können problemlos genutzt werden
  • Erstellungskosten: sehr kostenintensiv durch mehrmalige Programmierung und Aktualisierung
  • SEM-Möglichkeiten: werden bei Suchmaschinen nicht angezeigt
  • Datensicherung: Daten werden dauerhaft auf dem Smartphone gespeichert
  • Veröffentlichung: durchlaufen meist einen langen Prozess der Bestätigung und Prüfung bis sie veröffentlicht werden können (vorwiegend bei Apple)
  • Vertrieb: Vertrieb sehr einfach über Appstores oder Google Play möglich, es fallen aber 30% Betreiber-Provision an
  • Nutzungsbedingungen: unabhängig von Netzwerkverbindungen nutzbar

Die Zukunft gehört den Web-Apps

Zwar bieten native Apps auch heutzutage noch Funktionen, die bei Web-Apps momentan nicht möglich sind (z.B. Bluetooth, Grafiken, Push Notifications, Vollbilddarstellung...), aber schon bald wird auch diese Lücke geschlossen sein. Web-Apps stehen der nativen Alternative in fast nichts mehr nach und haben sie in komplexeren und kontextabhängigen Aufgaben sogar bereits überholt. Durch die finanziellen Ersparnisse die Unternehmen durch die wesentlich günstigere Webvariante erzielen können, wird dieser Trend sich weiterhin deutlich ausbauen.

Für welche Variante man sich auch entscheidet, letztendlich sollte die Nutzerzufriedenheit im Vordergrund stehen - egal ob Web App oder native App.