Warum die Annahme dieser und weiterer moderner Marketing-Merkmale auch im B2B sowie selbst in kleineren Unternehmen unbedingt erforderlich ist und welche Trends sich in der ersten Jahreshälfte 2020 für B2B Websites abzeichnen, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Warum ist die Berücksichtigung moderner Online-Marketing-Maßnahmen für B2B Websites so wichtig?

Fakt ist, auch Ihre (potenziellen) B2B-Kunden machen sich heute, sobald sie ein Problem oder ein Bedürfnis erkennen, online auf die Suche nach entsprechenden Lösungen. Längst hat das Web klassische Recherchekanäle, wie Fachzeitschriften oder physische Branchenverzeichnisse, weitgehend abgelöst. Dementsprechend gilt es dort einen optimalen Eindruck Ihrer Marke zu vermitteln. Dabei bildet die Unternehmens-Website bzw. die eventuell damit verbundene E-Commerce-Lösung mit passendem Content nach wie vor das Zentrum der Marketing-Maßnahmen.
Letztere dürfen heute keinesfalls mehr als statische Selbstdarstellung ausgerichtet sein. Ihre (etwaigen) Abnehmer möchten sich möglichst persönlich angesprochen und vor allem in ihren Herausforderungen oder Wünschen verstanden fühlen. Das erreichen Sie mittlerweile nicht mehr, indem Sie ausschließlich die Vorzüge Ihres Betriebs und Ihrer Produkte herausstellen. Mehr oder weniger platte Werbebotschaften werden – vor allem aufgrund der generell enormen Zunahme von Promotions-Ausspielungen in den letzten 20 Jahren - zumeist einfach ignoriert oder im Fall von Ads per Ad-Blocker-Software ausgeschlossen. Werbung und insbesondere Ads können zwar immer noch große Erfolge im Online Marketing verschaffen, jedoch eben nicht alleingestellt.

Vielmehr müssen Sie Inhalte bereitstellen, welche Ihren (eventuellen) Kunden einen echten Mehrwert verschaffen, sprich jenen auf dem Weg zur Lösung Ihrer Probleme oder Bedürfnisse wirklich weiterhelfen. Genau darauf zielen heutige Marketing-Trends ganz zentral ab. Durch die Annahme dieses Sachverhalts werden Sie auf zahlreichen Ebenen profitieren, wie speziell die nachfolgende Beschreibung des ersten Trends 2020 - der Customer Experience - zeigt.

Customer Experience

Die Customer Experience, zu Deutsch „Kundenerfahrung“, und deren enger Verwandter die User Experience, auf Deutsch „Nutzererfahrung“, können 2020 als allumspannende Faktoren für erfolgreiches (Online) Marketing gesehen werden.
Die Customer Experience umfasst das gesamte Kundenerlebnis, das ein (etwaiger) Abnehmer mit Ihrer Marke hat – online wie offline. Das betrifft sämtliche Touchpoints - vom ersten Kontakt, zum Beispiel über eine Google Ad, über Ihr Auftreten innerhalb Ihrer Unternehmens-Website bis hin zum Kauf einer Ihrer Waren oder Dienstleistungen und dem Support darüber hinaus.

Ihre Brand muss für (potenzielle) Kunden während deren Customer Journey bei jedem Kontaktpunkt ersichtlich und positiv erlebbar sein. Sollte Ihre Zielgruppe innerhalb Ihres Webauftritts ein rundum affirmatives Kauferlebnis erfahren, resultiert eine positive Customer Experience. Um das zu erreichen, muss die Customer Experience, den (etwaigen) Abnehmer und seine Herausforderungen oder Bedürfnisse unbedingt in den Mittelpunkt stellen. Versuchen Sie, möglichst für jedes mit Ihren Waren oder Dienstleistungen lösbare Problem bzw. jeden erfüllbaren Wunsch einen passenden Markenkontaktpunkt bereitzustellen. Bestenfalls übertreffen Sie die Erwartungen Ihrer Zielgruppe sogar. Im Optimalfall setzen Sie sich auf diese Weise zudem deutlich von Ihrer Konkurrenz ab. Sie machen Ihre Marke somit für Ihre Zielgruppe attraktiv und schlussendlich vielleicht unentbehrlich, was die Kundenbeziehung selbstverständlich enorm festigt.

Darüber hinaus registrieren auch die großen Suchmaschinen eine gute oder eben schlechte Customer Experience und bewerten diese für die Einstufung von Pages in ihren Rankings. Einzigartiger, stetig angepasster Content ist von großer SEO-Relevanz. Da heute ein signifikant großer Teil Ihrer (etwaigen) Kunden über Google und Co. auf Ihre Webangebote zugreift bzw. darauf aufmerksam wird, ist dieser Zusammenhang enorm wichtig.

Alle nachfolgenden Trends und generell modernes Online Marketing fokussieren - unter anderem und oft sogar ganz speziell – die Schaffung einer optimalen Customer Experience.

Trend 2: 3D Design

3D Design und digitale Illustrationen im Allgemeinen zählen zu den derzeit angesagtesten Grafikdesign-Trends. Marketing-Relevanz haben sie unter anderem, da sie immer einzigartig sind und Ihrem Unternehmen somit helfen, sich von der Konkurrenz deutlich abzuheben. Illustrationen fördern im B2C eine emotionale Kommunikation zwischen einer Marke und (potenziellen) Kunden, was für langfristige Geschäftsbeziehungen immer förderlich ist. Im B2B zeigen sich solche Prozesse aufgrund des in der Regel sehr viel rationaleren Kaufverhaltens kaum - dennoch kann 3D Design im B2B Webdesign diverse wichtige Funktionen erfüllen.

Digitale (3D-)Illustrationen verleihen Ihrem B2B-Unternehmen mehr Persönlichkeit. Sie sind Ausdruck Ihrer Kreativität und stehen für Innovationsstärke. Darüber hinaus hebt sich natürlich auch eine B2B Website durch 3D Design von den Konkurrenten im E-Commerce ab. Mithilfe entsprechender Features können Sie so – und insbesondere, wenn über jene noch ein echter Mehrwert vermittelt wird – die Güte der Customer Experience enorm steigern. Ein möglichst hoher Mehrwertgehalt ist aufgrund des weniger emotionalen, vornehmlich rationalen Kaufverhaltens im B2B bei der Verwendung von 3D Design faktisch elementar erfolgsentscheidend.

Trend 3: Animationen

Ähnlich wie digitale 3D-Illustrationen bringen auch Animationen auf B2B Websites eine individuelle Note. Darüber hinaus sollten Sie durch die Verwendung derartiger Mittel allerdings ebenfalls immer einen echten Mehrwert vermitteln. So können mithilfe von Animationen beispielsweise komplizierte Konzepte demonstrieren und Informationen zu Waren oder Dienstleistungen in leicht verständlicher Form übertragen werden.

Am häufigsten sind Animationen in Form von Mikrointeraktionen (dazu unten noch genauer) als Teil der Navigation zu finden. Dort unterstreichen sie wichtige Funktionen, verdeutlichen Inhalte von Pages bereits im jeweiligen Menüpunkt oder zeigen Usern, wo jene sich gerade befinden.

Sie können aber auch darüber hinaus – sowie sehr viel differenzierter – dazu dienen, einer B2B Website mehr Leben einzuhauchen und (etwaige) Kunden für innovative, kreative Ansätze zu begeistern, die Ihr Unternehmen bereithält. Zum Beispiel ist es möglich, einen animierten Guide zu entwerfen, der den Benutzern Ihrer Website bei allen dies betreffenden Geschäfts-Belangen mit relevanten Informationen zur Seite steht.

Weiterhin kann eine animierte Sequenz die Interaktion zwischen Kunden und Ihrem Betrieb bzw. Ihre geschäftlichen Verfahrens- oder Produktionsweisen visuell eindrucksvoll nahebringen. Oder Sie produzieren ein kurzes animiertes Video mit zentralen – sowie unbedingt für Ihre (potenziellen) Kunden besonders wichtigen - Fakten Ihres Unternehmens und schalten dieses als Animation an bestimmten Stellen Ihrer Website.

Ein entsprechendes Vorgehen bietet ebenso Chancen in Bezug auf Erklärungsvideos. In kleinen präzise abgestimmten Sequenzen kann hier beispielsweise die korrekte Verwendung eines Produkts samt schriftlicher Ergänzungen beschrieben werden, ohne dass ein längeres Video zu schauen ist. Demzufolge bieten Animationen eine besonders sinnvolle Möglichkeit der Strukturierung von Inhalten, die sich mitunter stark positiv auf die Customer Experience auswirkt.

Trend 4: Mikrointeraktionen

Mikrointeraktionen sind - wie es die Bezeichnung bereits weitgehend beschreibt – kleine, dezente Animationen, deren Effekt bei den Nutzern einer B2B Website jedoch nicht zu unterschätzen ist. In Form von Menü-Hover-Effekten oder Drop-outs bringen sie eine erhöhte Funktionalität auf mehreren Ebenen. So können gerade letztere Features auf heute gerne verwendeten mobilen Devices, die deutlich kleinere Displays als Desktop-Geräte haben, eine verbesserte Usability verschaffen. Das wiederum steigert letztendlich erneut die Customer Experience.

Es geht aber durchaus auch komplexer. So ist zum Beispiel eine Veränderung des Blickwinkels im Zuge der Betrachtung von Pro- und Contra-Listen möglich, welche die unterschiedlichen Sichtweisen visuell unterstreicht. Der Übergang zwischen Mikrointeraktionen und Animationen verläuft nicht selten fließend.

Beide haben ein klares Ziel: Sie sollen den Aufenthalt auf Ihrer Website unter der Grundvoraussetzung der Bereitstellung echter Mehrwerte angenehmer machen. Mikrointeraktionen vermögen es zudem, potenziell negative Benutzererfahrungen zu eliminieren. Ist zum Beispiel die Ladezeit von Inhalten nicht optimal, wird dies gekonnt mit einer Mikrointeraktion kaschiert (wobei die wohl einfachste und bekannteste, jedoch keinesfalls zweckdienlichste Variante die laufende Sanduhr darstellt). Ebenso können sie helfen, von anderen dann und wann auftretende Problemen abzulenken. Alles in allem vermitteln Mikrointeraktionen Ihren Usern den Eindruck, "mehr Kontrolle" im Browsing-Prozess zu haben bzw. immer zu wissen, was gerade passiert, wodurch die Customer Experience natürlich erheblich steigt.

Trend 5: Voice User Interface (VUI) Design

Laut QuoraCreative nutzen mittlerweile 40 Prozent der Menschen die mobile Sprachsuche mindestens einmal pro Tag. Immerhin 20 Prozent geben an, dass sie Sprachsuche-Features einmal im Monat in Anspruch nehmen. Das betrifft längst nicht nur jüngere Internet-User – von den 55- bis 64-Jährigen verwenden 9 Prozent regelmäßig Voice Search. Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass der Trend zur Sprachsuche unbedingt in die Online-Marketing-Strategie eines jeden Unternehmens einfließen muss. 

Die Frage ist: Wie kann Voice User Interface (VUI) Design auf der B2B Website optimal umgesetzt/berücksichtigt werden? Natürlich haben Sie die Möglichkeit, eine website-interne Voice-Search-Funktion zu launchen und/oder einen Chatbot stimmbefehlsbasiert agieren zu lassen. An der Basis gilt es jedoch erst einmal das Verhalten Ihrer (potenziellen) Kunden in puncto Voice Search bei Google und Co. zu berücksichtigen, sprich Ihren Content optimal darauf und nicht zuletzt die Algorithmen der Suchmaschinen abzustimmen. Da die Mehrheit der Sprachsuchen typische themenbezogene Fragen betrifft, müssen Sie insbesondere diese eruieren und Ihrer Zielgruppe die richtigen Antworten darauf bereitstellen. Das alles sollte möglichst in der natürlichen Sprache Ihrer (eventuellen) Abnehmer und unter der Verwendung der richtigen Keywords geschehen.

Trend 6: künstliche Intelligenz (KI)

KI-Elemente sind - vor allem in Form von Chatbots - bereits auf vielen B2B Websites vertreten. Die Integrierung von solchen weitgehend selbstständig agierenden Features wird vermutlich stark zunehmen, womit sie mehr und mehr Teil der Erwartungshaltung Ihrer Zielgruppe werden. Wenn es um B2B Webdesign geht, strebt Künstliche Intelligenz vor allem die Verbesserung der Customer Experience an.

Am Beispiel der Chatbots wird das besonders deutlich. Mithilfe eines Chatbots, der 24/7 ansprechbar ist, vermitteln Sie Ihren (etwaigen) Abnehmern einen herausragenden Service – und dieser ist gerade im B2B, wo es nicht selten um komplexe Produkte und damit verbundene erhebliche Investitionen geht, natürlich besonders relevant.

Dabei schonen Sie zugleich Ihre menschlichen Ressourcen und verschaffen Ihren (Support-)Mitarbeitern die Chance, sich um sehr wichtige Angelegenheiten intensiver kümmern zu können. Denn Standardvorgänge werden mehr und mehr von der KI-Lösung übernommen.

Trend 7: Personalisierung

Die hohe Marketing-Relevanz der Personalisierung von Webinhalten steht bereits seit einigen Jahren fest. Heute und zukünftig wird es jedoch - unter anderem da (potenzielle) Kunden mehr und mehr erwarten, persönlich angesprochen zu werden - immer erfolgsentscheidender, entsprechende Sachverhalte zu berücksichtigen. Durch genau auf die persönlichen Herausforderungen oder Bedürfnisse abgestimmte E-Commerce-Inhalte, eine individuelle Ansprache innerhalb von Log-in-Bereichen und/oder eine Personalisierung von Produktangeboten in Ihrem Onlineshop vermitteln Sie Ihren Kunden das inzwischen so wichtige Gefühl, wirklich verstanden zu werden.

Kunden, die den Eindruck haben, dass ihre Identität und ihre Präferenzen über sämtliche Touchpoints mit einem Unternehmen hinweg berücksichtigt werden, kaufen nicht nur sehr wahrscheinlich beim zutreffenden Betrieb, sondern bleiben diesem in der Regel auch langfristig treu.

In diesem Marketing-Bereich kann künstliche Intelligenz seine Fähigkeiten übrigens bestens ausspielen. Mithilfe KI-basierter Automationslösungen ist eine höchst zielgenaue, rundum effiziente Personalisierung von E-Commerse -Inhalten möglich.

Trend 8: (Live-)Video

Die Beliebtheit von Video-Inhalten ist enorm. Auch im B2B werden indes in vielen Kontexten lieber Videos angeschaut als Texte gelesen. Kein Wunder, denn Videos sind bei richtiger marketing-spezifischer Anwendung leicht aufnehmbar, bieten die perfekte Basis, um selbst komplexeste Sachverhalte gut verständlich darzustellen und haben zudem unter anderem durch ein persönliches Auftreten des ausspielenden Unternehmens in Form von Influencern ein hohes Überzeugungspotenzial.

Diese positiven Eigenschaften werden bei Live-Videos sogar noch einmal angehoben. Hier erhalten (potenzielle) Kunden einen unvergleichlich authentischen Eindruck von einer Marke und den dahinterstehenden Personen. Außerdem besteht die Möglichkeit, an einer solchen Liveschaltung Teilnehmenden die Chance zu einer direkten Interaktion mit den Protagonisten zu bieten. Hier werden die positive Markenwahrnehmung und langfristige Geschäftsbeziehungen de facto enorm begünstigt.

Trend 9: Augmented Reality

Augmented Reality, also die auf virtueller Ebene bzw. mithilfe von tragbaren digitalen Devices erfolgte Übertragung digitaler Objekte in die reale Welt, wurde in der Vergangenheit vornehmlich höchst erfolgreich in Videospielen eingesetzt. Dank der stetigen Weiterentwicklung in der Mobiltechnologie werden entsprechende Möglichkeiten auch für B2B Websites immer interessanter. 

So zeigt unter anderem der Möbelgigant IKEA, wie Augmented Reality im geschäftlichen Kontext funktionieren kann. Hier erhalten App User Gelegenheit, über ihr Smartphone bereits vor dem Kauf und Aufbau eines Möbelstücks zu sehen, wie sich dieses in ihrer Wohnung macht. Im B2B Bereich können derartige Features zum Beispiel angeboten werden, um Interessenten einer Fertigungsanlage ohne umständliches Messen zu zeigen, ob diese in ihren Räumlichkeiten Platz findet.

Trend 10: Mobile E-Commerce

Auch B2B erfolgen viele Geschäftsabschlüsse bereits online über spezifische Shops. Diese – und natürlich auch alle anderen bereitgestellten Webangebote – müssen heute unbedingt optimal mobil verwendbar sein. Denn genau wie im B2C steigt die Nutzerschaft tragbarere Endgeräte im B2B fortwährend und befindet sich bereits jetzt deutlich jenseits der 50-Prozentmarke.

Google hat mobilen Versionen von Websites unter dem Mobile-First-Ansatz bereits seit einigen Jahren eine erhöhte Priorität eingeräumt. Tatsächlich werden heute ausschließlich die mobilen Varianten für die Indexierung berücksichtigt. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass ein großer Teil Ihrer (etwaigen) Kunden über den Suchmaschinenprimus auf Ihre B2B Website gelangt, natürlich überaus Relevant.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Planung Ihrer neuen B2B-Website?

Erfahren Sie in unserem Leitfaden "Das optimale Briefing für den B2B-Website Relaunch" wie Sie die Planung und Umsetzung Ihrer neuen B2B-Website erfolgreich gestalten können und worauf dabei zu achten ist.

Die von Ihnen erstellte Ausarbeitung wird nicht nur Ihnen und Ihrem Team neue Gedankenansätze bringen, sondern kann Ihnen unternehmensintern als "Lastenheft" dienen oder beispielsweise eine Vorlage für die Angebotsanfrage bei diversen Agenturen darstellen.

Leitfaden jetzt kostenlos anfordern