19.05.2020 | 

Beim agilen Arbeiten geht es insbesondere darum, die Mitarbeiter- Teamverantwortung für den Einzelnen anzuheben – weniger Kontrolle von oben einzubringen - und Unternehmensangehörige somit flexibel, schnell sowie maximal kundenorientiert agieren zu lassen. Es sollen Strukturen mit weniger Hierarchien und einer erhöhten Motivation der Teams geschaffen werden.

Und daraus resultieren wiederum (bestenfalls) eine gesteigerte Lust am Lernen und die generelle Offenheit für Feedbacks sowie eine entsprechend offene Unternehmenskultur. Durch ein solches agiles Mindset können Betriebe zum einen für Mitarbeiterzufriedenheit sorgen. Zum anderen werden diese Firmen aber auch praktisch automatisch ihre Kundenzufriedenheit pushen, eine gesteigerte Kundenbindung erzielen und letztendlich ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbauen.

Welche Effekte erzeugen agile Arbeitsmethoden?

Agiles Arbeiten kann als eine Antwort auf die stetig zunehmende Geschwindigkeit gesehen werden, mit welcher Projekte wie auch Standard-Tagesaufgaben heute abzuwickeln sind. Weiterhin nimmt es die Erkenntnis aktiv an, dass in vielen Arbeitsabläufen Abweichungen vom Plan eher die Regel als eine Ausnahme sind. Demzufolge sind die Schaffung von erhöhten Reaktionsgeschwindigkeiten und Flexibilität zwei der zentralen Anliegen agiler Arbeitsmethoden. Unter iterativen Vorgehensweisen gilt es regelmäßig zu reflektieren und zu überprüfen, ob sich das Unternehmen bzw. das Team und seine einzelnen Teammitglieder noch auf dem richtigen Kurs befindet. Ist dies nicht der Fall, kann spontan und ohne lange Rücksprachen nach oben – eben agil - reagiert und die Richtung angepasst werden. Es wird weniger Zeit in penible Planung investiert – oder besser gesagt verschwendet - die in der Praxis sowieso nicht einzuhalten ist. Die Mitarbeiter bleiben stattdessen wachsam, neugierig und fokussieren weniger vordefinierte Ziele als das beste sowie absolut bedürfnisgerechte Ergebnis. Die Annahme von Veränderungen ist – oder wird - dabei natürlicher Teil des Prozesses. Insgesamt liegt eine Anhebung der Mitarbeiterverantwortung vor.

Darüber hinaus stellt Agilität im Unternehmen den Kunden und dessen Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Eine maximal kundennahe Verfahrensweise mit kontinuierlichen Rücksprachen, gemeinsamem Reflektieren und der Durchführung sich daraus ergebenden Anpassungserfordernissen sind elementar. Im Verlauf von Projekten gibt es immer - mitunter sogar mehrere – Änderungen in puncto Kundenmeinungen bzw. –anforderungen. Derartige Gegebenheiten können von einem agilen Unternehmen genau aufgrund der oben beschriebenen erhöhten Reaktionsgeschwindigkeiten und Flexibilität der Mitarbeiter besonders effizient angenommen sowie umgesetzt werden. Das führt wiederum dazu, dassKunden sich tendenziell mehr verstanden fühlen und mit deutlich gesteigerter Wahrscheinlichkeit Ergebnisse erhalten, die den Erwartungen voll entsprechen. Die Kundenzufriedenheit ist in agilen Unternehmen somit hoch, woraus eine gesteigerte Kundenbindung und letztendlich ebenfalls eine bessere Wettbewerbsfähigkeit resultieren.

Voraussetzungen für agiles Arbeiten und einen entsprechenden Unternehmenserfolg

Die primäre Voraussetzung, um Agilität in der eigenen Firma etablieren zu können, ist die Annahme zutreffender Denkweisen auf allen Ebenen. Es genügt keinesfalls, an der Spitze agile Methoden anzuordnen – für eine erfolgreiche Umsetzung muss der gesamte Betrieb von der Produktion über den Vertrieb bis hin zur Chefetage ein agiles Mindset annehmen. Den Einstieg vollziehen klassisch geführte Unternehmen oft sehr erfolgreich, indem sie den Fokus zunächst auf eine Genese der Führungskompetenzen legen: Ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern, ein stets offenes Ohr, Wertschätzung sowie eine gute Work-Life-Balance gehören zu den ersten Stellschrauben auf dem Weg zur agilen Organisation und vor allem zur Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Weiterhin verlangen agile Arbeitsweisen die Möglichkeit/Bereitschaft, zu lernen - und fördern diese zugleich. Denn nur mit einer entsprechenden Offenheit zur Wissensaufnahme und Entwicklung bei Menschen, Teams und im gesamten Unternehmen kann Agilität ganzheitlich umgesetzt werden.
Dabei sollte das „Warum“ ebenfalls klar sein. Es gilt nicht nur in Teams agil zu verfahren, weil vielleicht auch andere Unternehmen der Branche es tun. Vielmehr ist auf allen Ebenen zu verdeutlichen, was unter diesem Ansatz erreicht werden soll. So wird das agile Mindset für die Unternehmensangehörigen greifbarer und leichter annehmbar.

Eine sehr wichtige Voraussetzung für agiles Arbeiten – die natürlich bereits zu einem gewissen Teil mit der Bereitschaft, zu lernen, einhergeht – ist der Wille zur Veränderung. Klassisch geführte Unternehmen müssen sich für eine Etablierung agiler Arbeitsmethoden zwangsläufig grundlegend wandeln.
Unter diesen Gegebenheiten sollten Mitarbeiter eine möglichst breite Entscheidungsbefugnis haben. Ohne einen solchen Entscheidungsspielraum kann keine Veränderung im Sinne der Agilität eintreten.

Methoden des agilen Arbeitens

Im Jahr 2001 veröffentlichten Kent Beck und andere Software-Entwickler das sogenannte Agile Manifest. Auf Basis ihrer umfangreichen Erfahrung bei der Abwicklung von Software-Projekten formulierten sie dort diverse Ideen, Prinzipien und Werte, welche zu einem effizienteren Vorgehen beim Vollziehen entsprechender Prozesse führen sollten. Darin wurde unter anderem eine neue Priorisierung von Werten vorgenommen und damit das Fundament für moderne agile Arbeitsmethoden geschaffen. Folgende Aspekte sind dabei zentral:

  • Es gilt den Fokus bei der Abwicklung von Aufgaben mehr auf Individuen und deren Interaktionen zu richten als auf den Prozess und die damit verbundenen Werkzeuge.
  • Ein funktionierendes Produkt ist wichtiger als eine umfassende Dokumentation.
  • Die Zusammenarbeit mit Kunden spielt eine größere Rolle als Vertragsverhandlungen.
  • Es ist erstrebenswerter, flexibel, schnell sowie kundenorientiert zu agieren und damit die Zufriedenheit der Kunden bzw. eine gesteigerte Kundenbindung zu pushen, als einen Plan präzise zu befolgen.

 
Unter diesen Grundsätzen haben sich nach und nach verschiedene Techniken herauskristallisiert, mithilfe derer die zweifelsfrei recht abstrakten Prinzipien und Werte des Manifests in die Praxis umzusetzen sind. Die Verwendung einer agilen Methode bewirkt, dass Arbeitsabläufe eine tragfähige agile Grundstruktur bekommen. Sie sind dabei aber nicht als striktes Regelwerk zu betrachten. Um sie auf die eigenen Arbeits- oder Projektbedürfnisse übertragen zu können, müssen sie genau verstanden werden. Nur so sind maximale Erfolge in Sachen Zufriedenheit der Mitarbeiter, Zufriedenheit der Kunden, gesteigerter Kundenbindung, Wettbewerbsfähigkeit etc. zu erzielen.

De facto lassen sich aber nicht alle agilen Arbeitsmethoden aus der Software-Entwicklung – hier kommen tatsächlich nach wie vor die meisten Ansätze zum Einsatz - ohne Weiteres auf andere Geschäftsbereiche übertragen. Eine Ausnahme bildet Scrum. Diese Methode des agilen Arbeitens wird deshalb nachfolgend etwas genauer beleuchtet.

KANBAN als agile Arbeitsmethode

Der Einsatz einer KANBAN-Methode ist in vielen unterschiedlichen Unternehmensbereichen möglich. Die KANBAN Arbeitsmethode basiert auf dem Pull-Prinzip, bei dem das KANBAN Board den Team-Mitarbeitern sowie den Kunden absolute Transparenz der einzelnen Arbeitsstati und entsprechenden Anforderungen aufweist und agil bedient wird. 

Welche sind die zentralen Vorteile der Einführung von KANBAN im Unternehmen:

  • stetige Verbesserung der Dienstleistung für Kunden steht im Vordergrund
  • hohe Transparenz laufender Projekte 
  • flexible Handlungsfähigkeit 
  • kürzere Arbeitsabläufe 
  • permanente Weiterentwicklung und Anpassung des Systems 
  • effektive Lösungswege
  • schnelle,  zielführende Ergebnisse
  • problemlose Einführung für Unternehmen

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