16.09.2020 | 

Warum es dringend erforderlich ist eine Alternative zu Google Analytics zu verwenden, welche Tools Sinn machen und was im Bezug auf DSGVO und E Privay zu beachten ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Besucherdaten von Internetpräsenzen, sprich Seitenaufrufe, Verweildauer, Absprungrate etc., verschaffen überaus nützliche Erkenntnisse zum Gelingen der eigenen Online-Aktivitäten. Diese zu verfolgen bzw. zur Optimierung der jeweiligen Anstrengungen zu verwenden, bildet für Unternehmen heute eine der elementaren Prämissen für eine hinreichende Wettbewerbsfähigkeit. Google Analytics ist dabei mit einem allgemein geschätzten Marktanteil von 80 Prozent nach wie vor das am meisten genutzte, aber auch das umstrittenste Analysetool zum Website-Tracking.

Schon vor dem Eintreten der EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 war der Umgang des Tools mit getrackten Daten problematisch. Wie viele andere US-Konzerne übertrug und überträgt Google bis heute standardmäßig Informationen in die Vereinigten Staaten. Dieses Vorgehen wurde durch die Vereinbarung des US EU Privacy Shields seit dem Jahr 2016 rechtlich geregelt. In Bezug auf diese Vereinbarung gab es jedoch jüngst ein weiteres, einschneidendes Urteil vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dieses stärkt die DSGVO und die sich im Anmarsch befindlichen ePrivacy Richtlinien zusätzlich. Insbesondere daraus resultierende Entwicklungen machen den Griff zu einer Alternative zu Google Analytics praktisch unausweichlich.

Warum ist es dringend erforderlich, eine Alternative zu Google Analytics zu verwenden?

Am 16. Juli 2020 hat der EuGH das US EU Privacy Shield für ungültig erklärt. Datentransfers in die Vereinigten Staaten können fortan nicht mehr auf das Übereinkommen gestützt werden. Entsprechende Übermittlungen von Benutzerdaten aller Art drohen nun endgültig rechtswidrig zu sein. Zwar kündigte Google am 12. August 2020 prompt an, seine Datenschutzbestimmungen anzupassen, um auch nach dem aktuellen Urteil einen rechtskonformen Umgang im Kontext der Datensendung zu gewährleisten. Die diesbezüglich von Google fokussierte Implementierung der Standard-Datenschutzklauseln der EU-Kommission reicht laut Datenschutzkonferenz der Bundesländer für einen angemessenen Datenschutz jedoch kaum aus.

Diese Entwicklung bedeutet selbstverständlich einen weiteren Negativfaktor für die Nutzer von Google Analytics, über den jene vielleicht rechtlich belangt werden können. Damit gibt es zwar keine neuen Anforderungen an die Verwendung von Google Analytics, die Datenschutz Grundverordnung aktueller Stand bzw. die ePrivacy Richtlinien werden jedoch noch einmal erheblich bekräftigt.

Für einen rechtskonformen Umgang mit Google Analytics darf das Analysetool nur noch dann ein Website Tracking vornehmen, wenn eine explizite Einwilligung des jeweiligen Besuchers vorliegt. Diese muss über ein Cookie Banner, auch Consent Banner genannt, erfolgen, welches Aufschluss über sämtliche Tracking-Maßnahmen gibt. Hier müssen Besucher vollkommen selbstständig – und nicht durch vorausgewählte Kästchen - entscheiden können, ob sie der Erhebung personenbezogener Daten, die über die absolut erforderlichen Informationen hinausgehen, zustimmen. Weiterhin muss eine Anonymisierung der getrackten IP-Adressen gegeben sein.

Dies ergibt spezielle Probleme hinsichtlich der Effektivität von Google Analytics: Die Consent Raten schwinden mit einem stetig steigenden Bewusstsein für den Datenschutz kontinuierlich. Google Analytics verschafft somit immer weniger repräsentative Ergebnisse. Zudem werden Adblocker zukünftig vermutlich zunehmend auch Cookie Banner blockieren, womit die Consent Rate weiter fällt. Dadurch wird Google Analytics als Analysetool letztendlich unbrauchbar.

Welche Alternativen zu Google Analytics gibt es?

Was ist der Unterschied zwischen Matomo und etracker

Tatsächlich ist der Markt für Analysetools zum Website-Tracking sehr groß. Echte Alternativen zu Google Analytics sind jedoch nur relativ wenige zu finden. Die in puncto Datenschutz und Funktionsumfang vielversprechendsten Konkurrenten stellen Matomo und etracker dar.

Sowohl Matomo als auch etracker bieten im Grunde die wichtigsten Funktionen, die Unternehmen für datengestütztes Online Marketing benötigen.

Die großen Vorteile von Matomo sind, dass dieses Analysetool sämtliche Daten bei Bedarf auf den eigenen Servern abspeichert und ganz ähnlich wie Google Analytics funktioniert. Durch letztere Eigenschaft verlangt es wechselnden Unternehmen nur wenig Umstellungsbereitschaft ab. Dafür sind die Ladezeiten jedoch nicht ideal. Die Anzeige gesammelter Daten oder das Erstellen neuer Segmente kann schon einmal bis zu 24 Stunden dauern.

etracker unterscheidet sich mehr von Google Analytics, es erleichtert den Einstieg jedoch durch eine gute Usability. Die Ladezeiten sind hier im Vergleich zu Matomo deutlich schneller. Der volle Funktionsumfang ist jedoch nur kostenpflichtig bzw. im Pro- sowie im Enterprise-Paket erhältlich. Matomo kann dagegen vollkommen kostenlos verwendet werden. Mit der Nutzung von etracker erfolgt die Datenspeicherung auf externen Servern des Anbieters. Diese stehen allerdings ausnahmslos in Deutschland und man garantiert – Quelle etracker Analytics – einen gänzlich datenschutzkonformen Umgang mit den Benutzerdaten (gemäß EU-Datenschutzgrundverordnung).

  • Der Funktionsumfang ist bei beiden Alternativen zu Google Analytics sehr ähnlich, hier und dort hat das eine oder das andere Analysetool jedoch die Nase vorn.
     
  • Beide liefern umfangreiche Informationen zu Besuchern. Berücksichtigt werden unter anderem demografische Daten, wie Sprachen oder auch Betriebssysteme, und alle klassischen KPIs, wie Seitenaufrufe, Verweildauer oder Absprungrate.
     
  • Benutzerdefiniertes Kampagnen-Tracking ist mit beiden Tools möglich. etracker bietet aber eine etwas einfachere Integration von Google Ads.
     
  • Auch beim Event Tracking hat etracker leichte Vorzüge. Viele Events können hier automatisch gemessen werden, also ohne sie extra anzulegen. Die manuelle Einstellung ist ebenfalls sehr einfach.
     
  • In puncto Conversions und E-Commerce sind beide Tools ähnlich gut aufgestellt. Es können spezifische Ziele verfolgt (Lead Gen), Transaktions-Tracking durchgeführt, Trichter erstellt und auch Multi-Touch-Attributionen vorgenommen werden. Die diesbezügliche Usability unterscheidet sich bei etracker und Matomo kaum.
     
  • Eigene Segmente und benutzerdefinierte Dimensionen erstellen zu können, ist eine durchaus wichtige Voraussetzung für eine detailliertere Auswertung gesammelter Daten. Diese Optionen bestehen nur bei Matomo.
     
  • Auch Echtzeitaufrufe, die insbesondere hilfreich sind, um den Effekt von Änderungen an einer Internetpräsenz sofort zu erfassen, lassen sich ausschließlich mit Matomo registrieren.

Welcher Implementierungsaufwand entsteht durch den Wechsel zu einer der genannten Alternativen zu Google Analytics?

Matomo bietet die Wahl zwischen Cloud Hosting und Self Hosting. Bei etracker ist ausschließlich Cloud Hosting wählbar. Letzteres ist insofern wesentlich einfacher, da Unternehmen zur Implementierung keine IT-Expertise benötigen.

Beim Self Hosting werden die Daten auf den eigenen Servern gespeichert. Das hat natürlich vor allem den Vorteil, dass die Informationen nicht mit Dritten geteilt werden müssen. Bei der Verwendung von Matomo besteht die Möglichkeit, Daten automatisch zu anonymisieren. Somit ist die Verarbeitung personenbezogener Informationen klar vermeidbar.

Beim Cloud Hosting verarbeitet der Auftragsverarbeiter die Personeninformationen im Rahmen der Weisung des Auftraggebers - also in diesem Fall des Verwenders des Analysetools. Die Verantwortung bleibt beim Auftraggeber. Die Datensicherheit ist hier einzig durch technische und organisatorische Maßnahmen zu gewährleisten. Zudem ist die Anonymisierung komplizierter, da sie nicht in der eigenen Hand liegt. Diese Umstände machen die Verwendung von Cloud-Hosting-Lösungen, wie etracker, etwas schwieriger.

Gegenüberstellung Vor- und Nachteile von Matomo / etracker

Die Vorteile

Matomo

  • stark an Google Analytics angelehnt (Demografisch: Sprache, Betriebssystem, klassische Daten: Seitenaufrufe, Veweildauer, Absprungrate)
  • Event-Tracking für interaktionen und Events von Websites ist möglich
  • eine interne Websitesuche ist möglich
  • eigene Segmente können erstellt werden: gesammelte Daten können detaillierter ausgewertet werden
  • benutzerdefinierte Dimensionen lassen sich anlegen (Wiederkäufer)
  • Echtzeitdaten zu aktuellen Seitenaufrufen und aktuellen Events sind verfügbar
  • cloud hosting und self hosting ist möglich

etracker

  • verhältnismäßig kurze Ladezeiten
  • Alle Informationen über Besucher sind wie gewohnt
  • Kampagnen-Tracking ist möglich, Integration von Google Ads funktioniert hier besser als bei Matomo
  • Event-Tracking – viele Events werden automatisch gemessen, ohne sie extra anlegen zu müssen
  • interne Websitesuche wird auch getrackt
  • Lead Gen ist sehr nutzerfreundlich – Ziele sind einfacher anzulegen
  • Transaktionstrackings für Shops ist möglich
  • man kann Filter anlegen
  • man kann Daten zu Multi-Touch-Attributen abrufen
  • es gibt die Möglichkeit für Enhanced E-Commerce Daten

Die Nachteile

  • sehr lange Ladezeiten (Anlegen neuer Segmente, anzeigen gesammelter Daten)
  • Kampagnen tracking komplizierter durch umständliches anlegen von URL Parametern
  • die Oberfläche unterscheidet sich zu Google Analytics
  • keine eigenen Segmente können angelegt werden um gesammelte Daten detaillierter auszuwerten
  • keine benutzerfreundliche Dimensionen
  • keine Echtzeitdaten vorhanden
  • nur cloud hosting

Fazit: Motomo vs. etracker

Matomo benötigt keine Einwilligung der User und bietet mehr Möglichkeiten für tiefe Analysen.


etracker ist das einfache und schnellere Tool, benötigt aber wie Google Analytics die Einwilligung der User.

Für jegliche Implementierungsfragen zu etracker, Matomo oder zum DSGVO-konformen Tracking, stehen wir ihnen gerne zur Verfügung.


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